Wahlprogramm für die Stadt Bayreuth

Kommunalwahl 2026

Bayreuth braucht neue, linke Ideen!

Wir haben Großes vor!

Unsere Stadt ist in den letzten Jahren für einige, aber nicht für alle, lebenswerter geworden. Neue Grünflächen wie im Bayreuther Süden und in der Wilhelminenaue wurden angelegt. In sozialen Brennpunkten wie am Röhrensee und rund um den Menzelplatz entstand vorbildlicher Wohnraum. Die Infrastruktur für Fahrradverkehr hat Fortschritte gemacht, um nur einige Beispiele zu nennen.

Kann sich Bayreuth also ganz beruhigt mit dem Erreichten zufrieden geben? 

Mit Sicherheit nicht, denn der städtische Haushalt steht in den nächsten Jahren vor enormen Herausforderungen. Große laufende Projekte wie Friedrichsforum, Stadtarchiv und die vielen Schulsanierungen werden teuer. Investitionen in die öffentliche Infrastruktur halten wir auch bei der angespannten Haushaltslage für sinnvoll. 

Die Digitalisierung in der Stadtverwaltung ist längst nicht abgeschlossen.

Bei den bisherigen Anstrengungen wurden einige ineffiziente Abläufe in der Verwaltung offenbar. Digitalisierung kann also auch zu inhaltlichen Verbesserungen führen. Wenn die “Babyboomer” bald in Rente gehen. brauchen so möglicherweise einige Stellen gar nicht neu besetzt werden.

Wir befürworten den Einsatz von Open Source und die Nutzung von IT-Einkaufsgemeinschaften zu Kostensenkung.

Städtische Unternehmen wie Klinikum und Stadtwerke müssen sich in einem zunehmend ungünstigen wirtschaftlichen Umfeld behaupten. Eine Linke Stadtratsfraktion wird sich entschieden dafür einsetzen, dass freiwillige Leistungen besonders im sozialen Bereich aus diesen Gründen nicht gekürzt werden.

Wir setzen uns stattdessen für mehr Bürgerbeteiligung, auch in finanzieller Hinsicht, ein. Genossenschaften können Energieanlagen installieren, Elterncafes, bioregionale Lebensmittelgeschäfte und vieles mehr betreiben. 

Soziale Projekte wie altersgerechte Wohngemeinschaften und Sprachcafés entstehen erfahrungsgemäß ohne Bürgerbeteiligung erst gar nicht. Solche Basisinitiativen wollen wir auch in Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen wie Uni und Berufsschulen fördern. Diese Zusammenarbeit in der sozialen und materiellen Daseinsvorsorge wollen wir im Sinne von "Bayreuth für alle" ausbauen. Wir leben die Basisarbeit auch selbst. So sind einige bisher umgesetzte linke Anliegen in der Stadtratsarbeit wie die Benennung einer Straße nach der Antifaschistin Friedelind Wagner, die Einführung einer Stillen Stunde für Neurodiverse Personen in Bayreuther Lebensmittelmärkten und das Nachtfahrverbot für Mähroboter von unseren Mitgliedern eingebracht worden. 

Unsere Ziele

Wohnen ist ein Menschenrecht! Diese Grundmaxime sollte aus unserer Sicht gesunder Menschenverstand sein. Leider wird gerade durch Mietwohnungen auf dem Rücken so vieler hart arbeitenden Menschen enorme Gewinne für Konzerne erwirtschaftet. 

Gerade deshalb fordern wir mehr Neubau von Wohnungen! Hierbei soll zusätzlich der Anteil von Sozialwohnungen auf 50%, pro Wohnblock in die Bayreuther Wohnbaustrategie aufgenommen werden. Unser kommunales Wohnbauunternehmen und Genossenschaften spielen bei diesem Plan eine zentrale Rolle. Diese sind privaten Investoren und Unternehmen immer vorzuziehen. Gerade bei dem Erwerb von Grundstücken soll hier das Vorkaufsrecht mehr in Anspruch genommen werden. Weiterhin soll nicht genutzter Baugrund, wie auch leer stehende Immobilien von der Stadt erworben werden. Unternehmen, die Immobilien nur zu Spekulationszwecken kaufen, sollen beispielsweise durch Zeitvorgaben wesentlich mehr unter Druck gesetzt werden. 

Weiterhin fordern wir eine Grundlegende Änderung in der Bodenstrategie unserer Stadt. In Zukunft soll beim Anlegen neuer Wohnbaugebiete nicht nur an Straßen, sondern auch an Gebäude wie Kitas und Schulen Aktiv gedacht werden, um hier die Versorgung zu verbessern. Weiterhin fordern wir die Einführung eines Erbpachtrechts. Mit diesem wollten wir versuchen mehr Kontrolle über den Grund und Boden in unserer Stadt in Kommunaler Hand zu halten, und zu bekommen. 

Tourismus ist in Bayreuth ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das darf aber nicht dazu führen, dass Wohnraum nur für den Tourismus genutzt wird. Wir fordern Missbrauch aufzudecken, durch eine entsprechende Satzung zu stoppen und die legalen Vermietung von Wohnungen an Touristen in diesem Segment stärker zu besteuern. 

Wir sehen in den Leerständen dringenden Handlungsbedarf. Wir unterstützen Initiativen zur Zwischennutzung von leerstehenden Gewerbeimmobilien und wollen Leerstände in Mietwohnungen mit allen einer Kommune zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen. Darunter fällt auch die Einrichtung einer Plattformen zum Wohnungstausch. 

Der nächste Nahversorger soll innerhalb 15 Minuten erreichbar sein. 

Wir möchten mehr Wohnraum für Obdachlose bereit stellen. 

Die Kaltmiete für neue öffentlich geförderte Wohnungen sollte wie in einigen anderen Städten bei 7 Euro/m² liegen. Gerade im Zusammenhang mit dieser Forderung werden wir uns für einen Mietendeckel für Wohnungen der GEWOG einsetzen. 

Wir haben uns in der bisherigen Stadtratsarbeit immer wieder für den Einsatz erneuerbarer Energien zur Senkung der Nebenkosten eingesetzt. Inzwischen wurden einige Mieterstromprojekte mit Solarstrom erfolgreich umgesetzt. Neue Modelle wie die gemeinschaftliche Stromversorgung in Quartieren wollen wir ebenfalls voran bringen und gemeinsam mit den Stadtwerken Modelle dafür entwickeln. Es bleibt besonders im Wärmebereich noch viel zu tun: Nutzung der Abwasserwärme, Erdwärme und anderer Quellen für den sinnvollen Einsatz von Wärmepumpen.

Wagnerfestspiele und Bayreuth Baroque sind unsere Aushängeschilder der Hochkultur. Wir sind jedoch mindestens genauso gefordert wenn es um populäre Veranstaltungen für ein breites Publikum mehr auf lokaler Ebene geht. Wir werden daher besonders auf die Nutzungsmöglichkeit des Friedrichsforums für Schulen und Vereine achten. Das Festspielhausjubiläumsjahr 2026 kann dafür dienen, Wagner einem größeren Publikum näher zu bringen.

Die Sanierung der Schoko muss unbedingt abgeschlossen werden! Eine ungünstige Förderkulisse darf nicht dazu führen, dass das undichte Dach weitere Schäden und immer höhere Kosten verursacht.

Die Schoko ist ein wichtiger Treffpunkt für Jugendliche. Wir möchten mehr davon schaffen anstatt sie einzusparen. Angebote zur Inklusion sollten die offene Jugendarbeit immer begleiten. Sie erweitern soziale Kompetenz aller Zielgruppen. Gemeinsame Aktivitäten in Jugendkultureinrichtungen außerhalb von gaming und social media fördern echte soziale Kontakte, Teilhabe und Empathie. Dies soll auch zur Entschärfung sicherheitsproblematischer Brennpunkte, wie z. B. dem Bereich ZOH - Passage Max48 beitragen.

Wir wollen die nachhaltige Bildung in Kommunen fördern durch den Aufbau einer BNE-Bildungslandschaft. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) soll Einzelne oder einzelne Gruppen in die Lage versetzen an Veränderungsprozessen mitzuwirken.Kommunen werden hier als Entscheidende Orte der Verbreitung ausgemacht. Als Träger von Bildungseinrichtungen können Sie die Verankerung formal, non-formal und in informellen Lernsettings weitertragen. BNE-bietet hier die Möglichkeit gegen multiple Krisen der Gegenwart anzugehen und Transformationsprozesse anzustoßen. Alle Menschen sollen hier in die Lage versetzt werden diese Veränderungsprozesse anzugehen.

Schule endet nicht nach einem Bildungsabschluss, sondern sondern sie spielt eine wichtige Rolle in allen Aspekten des Lebens aller Generationen. Hierzu gehört auch sich der modernen Welt nicht zu verschließen, sondern über sie aufzuklären. Deshalb fordern wir verpflichtende Schulsozialpädagogen in Schulen finanziert durch Projekte wie “Schule-öffnet-sich”. Wir unterstützen auch Maßnahmen zur Informations- & Medienkompetenzvermittlung in der Schule wie KurierKlasse, KlickSafe und Internet-abc und zwar ab der ersten Klasse. Desweiteren wollen wir auch die entsprechende Kompetenzvermittlung bei Senioren, z. B. über VHS, weiter kostengünstig ausbauen und so deren Teilhabe an gesellschaftlichen und administrativen Prozessen sicherstellen. Die Mediensucht und digitaler Dauerkonsum (Streaming, Social Media, Gaming) hat sich bei Kinder- und Jugendlichen in Deutschland auf einem Hohen Niveau eingependelt. 25 % der 10- 17jährigen gibt eine riskante oder pathologische Nutzung an. 15% Nutzen Social Media problematisch und 4,7% gelten als abhängig. Mediensucht ist zu einem Dauerhaften und ernsten Problem geworden. Neben der verpflichtenden Teilnahme an Medien- und Informationskompetenzangeboten im Unterricht fördern wir mehr Aufklärungs- und Bildungsarbeit begleitend für Eltern. sowie den Ausbau- und Förderung von Therapiemöglichkeiten im BKH. Wir unterstützen das vom Berufsverband für Kinder- und Jugendärztinnen (BVKJ) angebotene Mediensuchtscreening zur Früherkennung.

Die Sportförderung bleibt für Bayreuth eine besondere Herausforderung, da anders wie in Städten ähnlicher Größe, hier viele Sparten in höheren Ligen anzutreffen sind. Den überzogenen Mindestanforderungen beispielsweise des DFB bei Rasenheizung, Flutlicht, Laustärke der Durchsagen usw. wollen wir nicht mehr ohne weiteres auf städtische Kosten nachkommen. Stattdessen setzen wir uns für den Erhalt bürgernaher Einrichtungen wie dem Altstadtbad und den Verkauf der Lohengrintherme ein.

Sowohl die jüngsten, als auch die ältesten unserer Gesellschaft sind besonders von Fachkräftemangel und immer weiter steigenden Kosten betroffen. Wir sehen hier starken Handlungsbedarf!

Deshalb wollen wir einen Schwerpunkt in der Kinderbetreuung setzen. Es muss in Bayreuth mehr Kitaplätze und vor allem günstigere Kitaplätze geben. Unser Ziel ist es den Ausbau voranzutreiben und die Kosten für einen Platz in einem Kindergarten durch einen sozialen Ausgleich für Bedürftige kurzfristig um die Hälfte zu senken. Kindergärten erfüllen eine Bildungaufgabe und sind keine Aufbewahrungsorte. Deshalb sehen wir den Bund in der Pflicht, Kindergartenplätze kostenlos zur Verfügung zu stellen. Auch neue Konzepte wie Seniorenheime und Kindergärten räumlich zu verknüpfen, wollen wir in Bayreuth umsetzen. Diese generationenübergreifende Projekte zeigen bereits gute Resultate. Kinder erhöhen ihre soziale Kompetenz. Senioren fühlen sich dabei mit Recht gebraucht und lockern ihren Alltag auf.

Das innerstädtische Spielplatzangebot soll nach Möglichkeit weiter und zusätzlich barrierefrei ausgebaut werden.

Die personelle Ausstattung in den Kitas soll weiter verbessert werden. Schon bei der Ausbildung ist auf ein auskömmliches Gehalt zu achten. Wohnheime können für Auszubildende ein entscheidender Grund sein, Mangelberufe zu erlernen. Gerechte Bezahlung und ausreichenden Urlaub fordern wir auch für Tagesmütter.

Die bioregionale Verpflegung in Schulen und Kitas mit eigenen Küchen wollen wir ausbauen und regionale Anbieter stärken. Wir wollen dafür die Zusammenarbeit mit dem Ernährungsrat Oberfranken fördern, der Hilfe bei dem Aufbau der entsprechenden Infrastruktur leistet. Wenn Kinder und Jugendliche gesunde Verpflegung und deren Herstellung kennenlernen, belohnen wir sie und uns mit geringeren Gesundheitskosten in der Zukunft.

Die Ganztags- und Ferienbetreuung wollen wir ausbauen.

Die Einrichtung von selbstverwalteten Elterncafes in der Nähe von Kitas halten wir für geeignet, Bring- und Abholzeiten zu entzerren und das Kennenlernen von Eltern und Kindern zu fördern.

Der öffentliche Nahverkehr ist die wichtigste Säule einer umwelt- und sozialverträglichen Personenbeförderung. Daher dürfen die Mittel für kostenlose Schülerfahrkarten nicht eingespart, sondern sollten erweitert werden. Technische Neuerungen wie den On-Demand-Verkehr für Personen und Güter möchten wir aufgreifen, denn er ermöglicht die Vernetzung von Stadt und Landkreis abseits des häufig dünn ausgelegten Linienverkehrs. Wir setzen uns auch für ein Sozialticket nach dem Beispiel von Nürnberg ein. Ein weiteres Ziel sollte die Einführung eines 19 € Tickets für die Bürger der Stadt Bayreuth sein. Auch das Konzept der Bürgerbusse soll für Bayreuth ausgearbeitet und schlussendlich auch umgesetzt werden. Auch die Infrastruktur des Bayreuther ÖPNV wollen wir verbessern: So besitzt ein beachtlicher Teil der Bus-Haltestellen weder Sitzgelegenheiten noch eine Überdachung, zudem werden etliche Haltestellen im Abendverkehr nicht bedient. Eine Folge des letzteren Punktes sind weitere abendliche/nächtliche Fußwege, was aus Sicherheitsgründen vermieden werden muss. Ob Schichtdienst oder Kulturabend, wer spät unterwegs ist darf nicht abgehängt werden. Mobilität muss rund um die Uhr funktionieren, die Belebung von Nachbussen wäre dafür die richtige Lösung.

Für den Individualverkehr möchten wir die Ladeinfrastruktur verbessern. Hierbei sollen neu angelegte Parkplätze einen festen Verpflichtenden Anteil an Ladesäulen haben. Auch für Fahrräder gibt es einen erheblichen Bedarf an Abstellplätzen. Die Angebote für car sharing wollen wir erweitern.

Wir setzen uns für eine Verbesserung der Verkehrsregelung für Fahrradfahrer ein. Als Beispiel soll es Fahrradfahrern ermöglicht werden, Einbahnstraßen grundsätzlich in der Gegenrichtung befahren zu können. Wir befürworten den geplanten einspurigen Umbau von Bismarck- und Erlanger Straße.

Wir unterstützen die Bemühungen, die Franken- Sachsenmagistrale endlich auf die zweigleisige Schiene zu bekommen.

Zu alledem kommt noch die Ampelschaltung in Bayreuth hinzu. Hierbei setzen wir uns für ein Überarbeites Konzept ein. Grundsätzlich sollen Grünphasen für Fussgänger länger andauern.

Das Klinikum steht unter enormen finanziellen Druck.Die LINKE setzt sich für eine Gesundheitsversorgung ein, die hohe Qualität und Menschlichkeit miteinander verbindet. Das 2003 beschlossene Vergütungssystem (Fallpauschalen, DRG) zwingt die Krankenhäuser mehr denn je in einen ökonomischen Wettbewerb. Nicht die Qualität, sondern die Fallzahlen, die Diagnosen und geringe Kosten pro Fall entscheiden über Sieger und Verlierer in diesem Wettlauf. Der Pflegenotstand wurde so verschlimmert und besteht nach wie vor. Die fortschreitende Privatisierung von Krankenhäusern verschärft den Wettbewerb und verringert die demokratischen Gestaltungsmöglichkeiten etwa von Kommunen. Statt bei dem Personal zu sparen, sehen wir z. B. noch erhebliches Einsparpotential bei Fahrten zwischen den Standorten Roter Hügel und Hoher Warte. Die Pflegekräfte sind durch das Schichtsystem & den Personalmangel überlastet. Die Kommunikation in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen muss verbessert werden. Eine Option bieten hier die Leading Nurses, die flächendeckend und selbstbewusster zusatzlich ausgebildet und in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden müssen, um den Pflegefachkräfte Abgang entgegen und der Überlastung entgegenzuwirken. Leading Nurses sind umfassend für eine begrenzte Zahl an Pflegebedürftigen in einer Einrichtung zuständig und somit Ansprechparter*innen für alle Belange dieser Gruppe.Das Pflegeorganisationssystem "Leading Nurse" wurde von der Katholischen Akademie Regensburg gemeinsam mit der Caritas enwickelt und in Protohäusern und Pflegeeinrichtungen eingeführt. Ein Change - Prozess, der Organisations- und Personalentwicklung verzahnt und den Pflegeberuf trotz Fachkräftemangel organisiert.Prozesse und Kommunikationswege müssen optimiert werden. Bis 2049 fehlen in Deutschland 240.000 Pflegekräfte aufgrund des demographischen Wandels. Aquiriertes Personal aus dem Ausland hat im Schichtsystem kaum die Möglichkeit sich hinsichtlich Sprach- und/oder anderer Kenntnisse fortzubilden. Wir fordern für Bayreuth und Landkreis Perspektiven für eine HIV- Station im Klinikum und einen sicheren Raum für Drogenkonsum. Es bestehen in Bayreuth noch erhebliche Defizite beim Zugang zu Haus- und Fachärzten sowie Therapeuten. Wir unterstützen die Einrichtung von Schwerpunktpraxen.

Generell gibt es in ganz Bayern ein defizit im Bereich der Selbstbestimmung von Menschen aus dem Bereich LGBTQIA+. Im gesamten Bezirk Oberfranken gibt es eine Teilzeitstelle für Queer- Beratung. Hier sehen wir ernormen Verbesserungsbedarf. Deshalb fordern wir die Einführung einer Vollzeitstelle für Queer-Beratung in der Stadt Bayreuth.

Für uns als Partei der Arbeit steht natürlich der Aspekt einer gerechten Bezahlung für einen harten Tag Arbeit an oberster Stelle. Deshalb wollen wir als Linke im Stadtrat eng mit den Gewerkschaften in Bayreuth zusammenarbeiten. Weiterhin sollen in Zukunft nur noch Aufträge an Firmen mit Tarifbindung vergeben werden, damit die bestmöglichen Bedingungen für die arbeitenden Menschen gelten. Dies soll natürlich auch für die Beschäftigten der Stadt gelten.

Hier setzen wir uns für eine schnell voranschreitende Digitalisierung der Stadtverwaltung ein. Hierdurch können in Zukunft sowohl die Effizienz als auch die Arbeitsqualität verbessert werden. Ein weiteres Problem wird sein, dass in den nächsten zehn Jahren ein großer Anteil der Beschäftigten in den Ruhestand geht. Diese Stellen brauchen bei Fortschritten in der Digitalisierung wahrscheinlich nicht vollständig nachbesetzt werden. Deshalb wollen wir frühzeitig Schritte zur Digitalisierung der Verwaltung umsetzen.

Weiterhin wollen wir uns als Partei dafür einsetzen, dass mehr junge Menschen in Bayreuth bleiben oder zurückkehren. Gerade durch die Universität kommen viele junge Menschen in unsere Stadt, um zu studieren. Leider ziehen einige von ihnen am Ende ihres Studiums wieder weg. Wir sagen: Das lässt sich ändern!

Das geplante Regionale Innovationszentrum (RIZ) kann eine Lösung für dieses Problem bieten. In diesem können Studierende und Auszubildende zusammenkommen und sich austauschen. Hierdurch kann ein Klima des Aufbruchs entstehen, und neue mittelständische Betriebe können sich in Bayreuth ansiedeln. Deshalb planen wir, in Zukunft genau dort anzusetzen und demokratischere Unternehmensmodelle – wie zum Beispiel Genossenschaften – steuerlich und finanziell zu begünstigen. Für solche demokratischen Unternehmensmodelle der Zukunft planen wir zudem, Niedrigzinskredite von bis zu 700.000 € bereitzustellen.

Wir stehen zur Klimaneutralität bis 2035. Wir sehen auch keinen Ausweg darin, Klimazertifikate aus dem globalen Süden zu erwerben sondern wir unterstützen vor Ort klimawirksame und gleichzeitig soziale Projekte wie ein Gebrauchtmöbelhaus und Repair-Cafes. Dabei wollen wir notwendige Anpassungen an den aktuell stattfindenden Klimawandel vornehmen. In besonders von der Erwärmung betroffenen Stadtteilen wie St. Georgen befürworten wir kühle Räume zu identifizieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Regenwasser soll gespeichert werden, um öffentliches Grün zu erhalten und zu erweitern. Nur durch mehr Grünflächen und weniger Beton und Asphalt kann unsere Stadt in der Zukunft, auch im Sommer, ein angenehmes Klima bewahren.

Auch unsere öffentlichen Gebäude müssen hierbei mithelfen. Wir setzen uns für eine flächendeckende Installation von Solarthermie und Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden ein. In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken wollen wir in anderen Kommunen bereits erprobte Modelle einführen, mit denen Strom aus Photovoltaikanlagen innerhalb unseres Netzbereichs direkt an Kunden geliefert werden kann.

Neben solchen größeren Maßnahmen, gibt es auch praktische Probleme in unserer Stadt: Viel zu wenige Mülleimer und Wasserspender. Gerade durch steigende Temperaturen, wird es immer wichtiger, dass genug Trinkwasser zur Verfügung steht. Außerdem sollen mehr Abfalleimer aufgestellt werden, damit Abfälle nicht auf Gehwegen, Straßen und Gewässerrandstreifen landen.

Igel stehen auf der Roten Liste und sind in Ihrer Art bedroht. Bayreuth braucht zur Unterstützung und zur Arterhaltung eine Auffangstation für Igel im Tierheim, damit untergewichtige, verletzte oder kranke Tiere versorgt werden können. Wir möchten diese neue Aufgaben des Tierheims mit dessen dringender Sanierung verbinden. Kooperationen mit NGOs und Vereinen zur Aufklärungsarbeit und igelfreundliche Gartengestaltung sind anzustreben. Das Nachtfahrverbot von Mährobotern hat Die Linke in der Stadt Bayreuth mit einem erfolgreichen Antrag bereits umgesetzt. Unterstützend können im Transitionhaus in Kooperation mit dem Hackerspace bis zur standartisierten vorprogrammierten Nachtfahrsperre von Mährobotern die Umprogrammierung geprobt werden.

Wenn über eine lebenswerte Stadt gesprochen wird, muss in erster Linie auch um die Zugänglichkeit öffentlicher Räume gesprochen werden. Deshalb setzen wir uns als Partei für mehr Sitzmöglichkeiten in Bayreuth, besonders im Stadtkern, ein. Auch die Ausleuchtung in Bayreuth muss verbessert werden. Gerade im Stadtkern ist an manchen Ecken die Ausleuchtung noch Verbesserungsfähig. Deshalb wollen wir uns mit Bürgerinnen und Bürgern austauschen, wo genau Bedarf an einer besseren Ausleuchtung herrscht. Hierdurch wird besonders die Sicherheit von Frauen und anderer marginalisierter Gruppen in unserer Stadt verbessert. Weiterhin muss auch die Barrierefreiheit weiterhin verbessert werden. Dies gilt nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch bei Veranstaltungsräumen wie z. B. der Wilhelminenaue oder vielen Gastronomiebetrieben. Weiterhin ist der Ansatz einer Smart-City, wie er in der Smart City Charta beschrieben wird, ein erstrebenswertes Ziel für unsere Stadt. Gerade deshalb wollen wir als Linke Bayreuth uns dafür einsetzen diese Charta, in Kooperation mit Städten die diesen Schritt bereits eingeleitet haben, umzusetzen. Besonderer Augenmerk soll hier auf einer Effizienzsteigerung in der Verwaltung, eine bessere Kommunikation und Zusammenarbeit mit Zivilen und Wirtschaftlichen Vertretern und ein sozial ökologischer Umbau sein, um unsere Stadt ins 21. Jahrhundert zu bringen.

Die Linke Bayreuth!

Für eine bessere Zukunft!

Wir von Die Linke Bayreuth, setzen uns langfristig perspektivisch für eine soziale und gerechte Stadt Bayreuth ein. Wir setzen uns, wie bereits beschrieben, für Klimaneutralität bis 2035 und einer klimawandelgerechten Stadtentwicklung unter den neuesten und zukünftigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, ein. Bayreuth muss zu einer krisenfesten und lebenswerten Stadt in Einklang mit der Natur gebracht werden, und dies muss Priorität in den nächsten Jahren werden. Weiterhin stehen wir für eine soziale Stadt ein. Hier müssen kostengünstige Wohnungen allen Bürger:innen der Stadt zur Verfügung gestellt werden, bei gleichzeitiger Senkung der laufenden Kosten für Energie und Grundbedürfnisse. Hierzu gehört auch eine Unterstützung junger Familien. Hierbei setzen wir uns für einen einfachen und günstigen Zugang von Betreuungsplätzen ein. Kurzfristig wollen wir die bereits beschriebenen einkommensabhängigen Kindergartenkosten einführen, aber in Zukunft sollen die monatlichen Gebühren gegen 0 € gehen. Es müssen auch gemeinschaftliche Orte des Austausches und der sozialen Grundbedürfnisse für alle Menschen geschaffen werden. Jeder soll Zugang zu kulturellen Veranstaltungen erhalten. Inklusion und Teilhabe muss jedem ermöglicht werden. Nur so kann ein gerechtes Leben in Bayreuth entstehen. Wir wollen in einer vielfältigen und menschlichen Welt leben, in der Demokratie gelebt wird. Wir möchten, dass arbeitende Menschen Nutzen an ihrer eigenen Arbeit haben und setzen uns deshalb für demokratische Unternehmensformen ein.