Eintreten für Demokratie

In Bayreuth gibt es eine starke Vernetzung demokratischer Kräfte

Für uns als die Partei Die Linke stellen viele lokale und bundesweit tätige Organisationen eine essenzielle Schnittstelle zur Zivilgesellschaft dar. Man kann die Beziehung als eine Art Symbiose beschreiben: Die Linke bietet die parlamentarische Bühne, während die Organisationen die gesellschaftliche Verankerung und Mobilisierungskraft mitbringen. Wir stehen für Antifaschismus und soziale Gerechtigkeit, ohne diese Gruppen können wir den Themen aber kaum Nachdruck verleihen. Grund genug, einige Bündnisse vorzustellen:

Omas gegen Rechts

Die Omas gegen Rechts sind längst zu einem festen Symbol für gelebte Zivilgesellschaft und unerschütterlichen Widerstand gegen Rechtsextremismus geworden. Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 in Wien hat sich die Bewegung rasant im gesamten deutschsprachigen Raum ausgebreitet.

Diese Frauen gehören meist der Generation an, die oft noch durch die Erzählungen ihrer Eltern die Schrecken des Nationalsozialismus und des Krieges kennen und nun ihre „Seniorität“ und ihren gesellschaftlichen Status nutzen, um für demokratische Werte, Toleranz und Vielfalt einzutreten.

  • Glaubwürdigkeit: Ihre Lebenserfahrung verleiht ihrem Protest eine moralische Tiefe, die junge Bewegungen oft schwerer vermitteln können.
  • Sichtbarkeit: Mit ihren charakteristischen bunten Mützen und Schildern sind sie bei fast jeder größeren Demonstration präsent und zeigen: Widerstand ist keine Frage des Alters.
  • Brückenfunktion: Sie fordern den Dialog zwischen den Generationen ein und erinnern uns daran, dass Demokratie kein Selbstläufer ist, sondern täglich verteidigt werden muss.

Widersetzen

Das Bündnis widersetzen hat sich in kürzester Zeit zu einer der schlagkräftigsten Plattformen für antifaschistischen Protest in Deutschland entwickelt. Während Gruppen wie die Omas gegen Rechts oft die moralische Instanz und Beständigkeit verkörpern, steht widersetzen für eine neue Dynamik im zivilen Ungehorsam.

Das Bündnis formierte sich 2024 massiv im Vorfeld des AfD-Bundesparteitags in Essen, wo es zehntausende Menschen mobilisierte. Ein weiterer Meilenstein war der Protest gegen die Gründung der AfD-Jugendorganisation in Gießen Ende 2025, bei dem über 15.000 Menschen Blockaden bildeten.

  • Aktionskonsens: Das Bündnis betont, dass von ihnen keine Eskalation ausgeht. Ziviler Ungehorsam bedeutet bei Widersetzen den bewussten, aber gewaltfreien Bruch von Regeln, um ein höheres Gut zu schützen – in diesem Fall die demokratische Grundordnung. Es geht nicht um Krawall, sondern um Präsenz.
  • Vielfalt: An den Aktionen nehmen nicht nur „Berufsaktivisten“ teil, sondern ein breiter Querschnitt der Gesellschaft: von Gewerkschaftern und Klimaschützern bis hin zu eben jenen Omas gegen Rechts.

Kontakt: bayreuth.widersetzen@systemli.org

Bunt statt Braun

In Bayreuth ist Bunt statt Braun (offiziell: Bunt statt Braun – Gemeinsam stark für Flüchtlinge e.V.) weit mehr als nur ein Slogan auf einer Demo – der Verein ist das soziale Rückgrat der lokalen Integrations- und Antifaschismusarbeit.

Während das Bündnis Widersetzen eher auf den direkten, politischen Gegenprotest fokussiert ist, setzt Bunt statt Braun auf eine Mischung aus menschlicher Begegnung und politischer Haltung.

Die Säulen der Arbeit in Bayreuth:

  • Praktische Hilfe und Integration: Der Verein entstand aus einer studentischen Initiative und unterstützt Geflüchtete im Alltag. Das reicht von Sprach-Tandems und Hausaufgabenhilfe bis hin zur Unterstützung bei Behördengängen. Ziel ist es, die oft isolierten Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften mit der Bayreuther Stadtgesellschaft zusammenzubringen.
  • Begegnungsorte: In Kooperation mit dem TransitionHaus Bayreuth schafft der Verein Räume für Austausch. Bekannte Formate sind etwa das Nähcafé oder gemeinsame Kochabende. Hier wird Integration nicht verordnet, sondern beim gemeinsamen Tun gelebt.
  • Politisches Engagement: Wenn es darauf ankommt, mobilisiert der Verein die Massen. Anfang 2024 organisierte Bunt statt Braun beispielsweise Kundgebungen auf dem Bayreuther Stadtparkett mit über 3.000 Teilnehmenden, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für den Schutz der Demokratie zu setzen.