Pressemitteilungen de Kreisverbandes Bayreuth
Pressemitteilung vom 30.August 2025
Landkreis Bayreuth: Hunderttausende Überstunden – Die Linke fordert Ende der Gratisarbeit, vollständige Zeiterfassung und starke Kontrollen
Bayreuth, 30. August 2025.
Im Landkreis Bayreuth wurden im vergangenen Jahr rund 859.000 Überstunden geleistet – etwa 458.000 davon ohne Bezahlung. Im Hotel- und Gaststättengewerbe kamen rund 19.000 Überstunden zusammen, mehr als die Hälfte davon unbezahlt. Auch die Stadt Bayreuth ist stark betroffen: Dort wurden etwa 1,6 Millionen Überstunden gezählt, rund 846.000 ohne Lohn. Zusammengenommen schieben Beschäftigte in Stadt und Landkreis Bayreuth damit knapp 2,5 Millionen Überstunden vor sich her – rund 1,3 Millionen davon zum Nulltarif. Das zeigen regionale Auswertungen des Arbeitszeit-Monitors (Pestel-Institut im Auftrag der NGG).
Jannick Metz, Kreisvorsitzender und OB-Kandidat die Linken Bayreuth, erklärt: „Unbezahlte Überstunden sind Lohnraub. Wer länger arbeitet, muss dafür bezahlt werden. Auch hier vor Ort gilt: Schluss mit der Normalisierung von Gratisarbeit.“
Juliane Glaschke, Landratskandidatin Die Linken Bayreuth, ergänzt: „Als gelernte Hotelfachfrau, die seit zwölf Jahren im Gastgewerbe tätig ist, kenne ich die Probleme der Branche gut. Mehrarbeit, die nicht auf dem Stundenzettel erscheint, zu wenig Pausen, unterschrittene Ruhezeiten oder kurzfristige Dienstplanänderungen sind für viele Beschäftigte Alltag. Wenn wir Fachkräfte halten wollen, brauchen wir planbare Dienste, verlässliche Erfassung jeder Stunde und Bezahlung ab der ersten Minute.“
Die Linke Bayreuth fordert deshalb, dass Stadt, Landkreis und ihre Unternehmen sofort lückenlos erfassen, wann gearbeitet wird – Beginn, Ende und Dauer, einschließlich Überstunden – und Überstunden entweder bezahlen oder zeitnah ausgleichen. Bei öffentlichen Aufträgen sollen nur Betriebe berücksichtigt werden, die Tarifstandards einhalten und Arbeitszeiten manipulationssicher dokumentieren. Gemeinsam mit Gewerkschaften und Kammern braucht es eine Informations- und Kontrolloffensive, besonders im Gastgewerbe, damit Beschäftigte zu ihrem Recht kommen und Betriebe faire Bedingungen bieten. Grundlage ist die geltende Rechtsprechung: Das höchste deutsche Arbeitsgericht hat 2022 entschieden, dass Arbeitgeber ein System zur vollständigen Arbeitszeiterfassung einführen müssen. Statt XXL-Schichten und aufgeweichter Schutzgrenzen braucht es kürzere Wochenarbeitszeiten, Gesundheitsschutz und Respekt vor jeder geleisteten Stunde – auch in Bayreuth.

